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Zum 25. Todestag von Romy Schneider:

Im Film kann ich alles – im Leben nichts.

Dies ist das wohl berühmteste und bewegendste Zitat von Romy Schneider. Mehr als diese paar Worte benötigte sie nicht, um ihre Lebenssituation erschöpfend zu beschreiben. Heuer jährt sich ihr Todestag zum 25. Mal.

Als ich damals die Nachricht erfuhr, war meine Mutter bereits von tief empfundenem Mitgefühl unansprechbar. Romy Schneider war tot. Mir war zwar bewusst, dass mit ihr der einzige und – wie sich gezeigt hat – auch bislang letzte deutschsprachige Weltstar zu Grabe getragen wurde, aber die geradezu ausufernde Anteilnahme meiner Mutter konnte ich damals nicht verstehen. Was war es, das Frauen in aller Welt so am Schicksal von Romy teilhaben ließ? Was hatte sie anderen Stars voraus, das ihre Fans so eng an sie band?

Ich glaube, dass es ihre Unfähigkeit war, mit ihrem privaten Leben klar zu kommen. Zwar hatte sie es geschafft, sich aus der Umklammerung ihrer Mutter und der deutschsprachigen Filmindustrie zu lösen und dadurch zum Weltstar aufzusteigen, aber Romy als Frau hatte mit den gleichen Problemen zu kämpfen, wie jede andere Frau auch – und ist an ihnen auch gescheitert: Der ewige Kampf mit angeblichem Übergewicht, eine Gesellschaftsordnung, die Frauen an den Herd drängen wollte, beschissene Männer, Alkohol und Drogen – und dann noch der Unfalltod ihres 14-jährigen Sohnes. Romys Leidensweg machte es deutlich: Auch ein Weltstar ist den alltäglichen Problemen nicht so entrückt, als dass ihn die Wirklichkeit nicht einholen und letzten Endes auch zerbrechen kann.

Mit Romy konnten sich alle Frauen, die unter den grauenvollen 1950er, 60er und 70er Jahren und deren gesellschaftlichen Zwängen litten, solidarisieren. Da kam endlich eine, die Frau, Mutter und erfolgreiche Schauspielerin war. Sie ließ sich in keine gesellschaftliche Rolle zwängen und ging tapfer ihren Weg. Und sie versteckte sich nicht hinter hohen Mauern, sondern ließ die Allgemeinheit auch an den Schattenseiten ihres Lebens teilhaben. Sie war sozusagen ein Star zum Anfassen – und zum Mitleiden.

Man bewundert Stars nicht, weil sie ein schöneres Leben als wir haben, sondern weil es ihnen genau so dreckig geht wie uns selbst – oder gar noch schlimmer. Eben das macht den Mythos von Marilyn Monroe, Lady Di und auch Romy Schneider aus. Egal, wie erfolgreich und begehrenswert sie im öffentlichen und beruflichen Leben waren, nach Drehschluss oder hinter Palastmauern waren sie tragische im Scheitern begriffene Persönlichkeiten, für die selbst der einfache „Mann von der Straße“ Mitgefühl hegen musste.

Und letztendlich war bzw. ist dieses Mitgefühl auch berechtigt: Geschichten, die tragisch verlaufen, enden auch meist in einer Katastrophe. Happy Ends werden nur von Märchen und Drehbüchern bereit gestellt. Das Leben ist aber unerbittlich und zwingt uns, einmal eingeschlagene Wege zu Ende zu gehen.

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