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Die vielen Möglichkeiten, die Todesstrafe wieder beliebt und effizient zu machen:

Heidi Klum und verunglückte Hinrichtungen

Neulich saß ich wieder mal zappender weise vor dem Fernseher. Plötzlich sah ich eine wunderschöne Frau, die engelsgleich in einem prunkvollen Schlitten durch eine glitzernde Winterlandschaft schwebte. Und diese Lichtgestalt war nicht nur bezaubernd schön, sie sang auch noch ein gar entzückendes Liedchen: „Wonderland, Wonderland, tralalalala …“ Es war kein Engel, sondern Heidi Klum, welche Werbung für einen Konzern machte, der Duftwässerchen und Kosmetika vertreibt und damit unser tristes Leben zu verschönern sucht …

Ich zappte weiter und landete bei einem Nachrichtensender, der gerade meldete, dass in Florida die Hinrichtung eines zum Tode verurteilten Mannes lateinamerikanischer Herkunft sich 34 Minuten hingezogen hatte, weil man ihm die Todesspritze falsch gesetzt hatte. Der Scharfrichter hatte seine Vene verfehlt und daraufhin hat sich der Todeskandidat dermaßen in Krämpfen gewunden, dass man ihn erst nach einer halben Stunde fachgerecht ins Jenseits befördern konnte. Nun ja – tot ist er jetzt wenigstens. Und anstatt die Tötungsmethoden zu verbessern, hat der Schlappschwanz von Gouverneur (übrigens Bruder von George W. Bush) die folgenden Hinrichtungen ausgesetzt. So ein Weichei! Dabei will doch jeder anständige Mensch das Weihnachtsfest ohne verurteilte Mörder feiern!

Da leisten sich die USA als einzige (angebliche) westliche Demokratie den Luxus der Todesstrafe und dann bringen sie es nicht fertig, ihre Hinzurichtenden in angemessener Weise zu töten. Dabei verfügt gerade ein so fortschrittliches Land wie die USA über alle nur erdenklichen Möglichkeiten, Menschen schnell und sicher umzubringen. Ich denke da zum Beispiel an die vielen herrlichen Wolkenkratzer. Da musste man etwa die Aussichtsterrasse des Empire State – Buildings mit einem Drahtverschlag absichern, damit nicht andauernd Selbstmörder von ihr in den Tod springen. Und das, obwohl damit ein horrender Ausfall an Eintrittsgeldern verbunden war. Sowohl Lebensmüde als auch Schaulustige meiden seither dieses Juwel uramerikanischer Baukunst. Was wäre das für ein publikumswirksames Schauspiel, Todeskandidaten von Hochhäusern zu werfen – vor den Augen einer ganzen Stadt! Jeder Mediziner wird bestätigen, dass ein Sturz von einem 100-stöckigen Hochhaus innerhalb weniger Sekundenbruchteile zum Tod führt.

Auch die dahinsiechende nordamerikanische Automobilindustrie könnte überforderten Scharfrichtern einiges an Arbeit abnehmen: Biologische Dummies. Beim Geschick der amerikanischen Automobilbauer wäre die Überlebenschance gleich null. Und wenn auch der Crash überlebt wird, stirbt der Proband sicherlich beim Anblick des Designs.

Ach, da gibt es sehr viele Möglichkeiten, die Todesstrafe wieder beliebt und effizient zu machen. Und wenn alle Stricke reißen, dann schicken wir einfach Heidi Klum über den Großen Teich. Nach drei Strophen von „Wonderland“ regt sich dort kein Mäuschen mehr!

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