Ich fühle mich von den Roten verkauft!
Fiasko am Verhandlungstisch
Hurra – die neue Regierung steht! So lautet zumindest die Schlagzeile. Wenn man sich aber die Verteilung der Ressorts der noch anzugelobenden Rot-Schwarzen Koalition ansieht, drängt sich folgende Frage auf: Was bitte schön ist denn neu an dieser Regierung? Alle Schlüsselressorts haben sich die Schwarzen gekrallt. Die haben die Wahl verloren und regieren auf Kosten der Roten einfach weiter, als wäre nichts gewesen!
Ich will jetzt die Agenden der Sozialdemokraten in der neuen Regierung nicht gering schätzen, aber Soziales, Infrastruktur, Verteidigung, Schulen, Frauen (im Kanzleramt) und Justiz sind verglichen mit dem Rest der Ministerposten der letzte Dreck! Und das Sahnehäubchen ist zweifellos, dass Gusi & Co. mit der Verteidigung auch die von Schwarz Blau (bzw. Orange) eingebrockte Eurofightersuppe auszulöffeln haben. Eleganter hätte Schüssel diese leidige, skandalträchtige und politisch brisante Angelegenheit nicht vom Tisch fegen können! Und was ist mit den Studiengebühren, deren Abschaffung uns von Gusi vollmundig versprochen worden ist? Drauf geschissen (würde ich vermuten).
Und dass es jetzt mal mit aller Deutlichkeit gesagt werde: Ich fühle mich von den Roten verkauft! Ich habe diese Bagage nicht gewählt, um mir jetzt so ein Fiasko am Verhandlungstisch gefallen zu lassen! Und noch eines sei in aller Deutlichkeit klargestellt: Jemand, der seine Wähler so verrät, kann sich das nächste Mal von sonst wem wählen lassen, aber nicht von mir!
Warum haben sich die Roten denn nur vor Neuwahlen gefürchtet? Schlimmer hätte es auch nicht werden können! De facto sind eh die Schwarzen an der Regierung geblieben. Aber was soll’s – hier noch ein kleiner Ausflug ins Humorige:
Mir fällt dazu ein uralter Witz ein: Ein Schwein und ein Huhn kommen überein, ein Joined Venture zu wagen. Sie wollen eine Imbissbude eröffnen und gemeinsam die Betriebsmittel liefern: Das Huhn die Eier und das Schwein den Speck und die Würste. Klar, dass dieser Vorschlag vom Huhn kommt. Man unterschreibt den Vertrag – das Schwein ist nicht das hellste seiner Art – doch dann kommt es ihm: „Du scheißt ein paar Eier raus und ich darf über die Klinge springen!?“ Das Huhn zuckt mit den schmalen Achseln und meint lakonisch: „Geschäft ist Geschäft, Schätzchen!“
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