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Es ist ein Autorennen und niemand geht an den Start …

Heinz Prüller ade

„Stellt euch vor: Es kommt ein Krieg und niemand geht hin.“
Diese Frage hat Bertold Brecht angesichts der Grauen des Zweiten Weltkriegs seinen Lesern gestellt. Er kam zum Schluss, dass das nichts hilft, weil der Krieg dann sein Eigenleben entwickelt und von sich aus die Leute heimsucht …

Anderes Thema: Stellt euch folgende Situation vor: Es ist ein Autorennen und niemand geht an den Start … Das hört sich weitaus weniger schlimm an, als die Frage nach dem unbesuchten Krieg. Trotzdem ist dieses Ereignis ausreichend, um kriegerische Auseinandersetzungen mit Millionenstreitwerten auszulösen. Natürlich werden diese nicht auf einem blutgetränkten Schlachtfeld, sondern vor diversen Gerichten ausgetragen – aber es ist nicht ausgeschlossen, dass nach Beendigung des Schlagabtausches einige Leichen übrigbleiben, um deren Aufbahrung sich Konkursgerichte würden kümmern müssen.

Dieses Schicksal könnte sowohl dem renommierten Reifenhersteller Michelin, wie auch den Rennställen von McLaren-Mercedes, Williams-BMW, Renault, Toyota, Sauber-Petronas, Red Bull Racing und BAR-Honda drohen. Auch die FIA könnte am verwaisten Grand Prix von Indianapolis bleibenden oder gar Totalschaden nehmen, wie zuvor der Bolide von Ralf Schumacher nach einem Michelin-Reifenplatzer.

Da stellt sich nur mehr eine Frage: Was würde sich am der Lauf der Welt ändern, wenn sonntäglich keine Formel 1 Hummeln mehr im Kreis herumfahren würden? Wahrscheinlich würde Heinz Prüller in den mehr oder minder verdienten, jedoch längst überfälligen Ruhestand treten und unzählige Familienväter hätten keine Ausrede mehr, um sich ihren Kinder und Ehefrauen am Wochenende zu entziehen.

Man sieht also, dass alles halb so schlimm ist, wenn man die Dinge nüchtern und realistisch betrachtet …

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