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Eine Luxusausgabe als Präsident

Barack Obama

(11.11.2008). Amerika hat gewählt – und diesmal haben sich die Leutchen in der neuen Welt eine wahre Luxusausgabe als Präsidenten erkoren: Nach acht zähen Jahren Bush junior mutet es fast verwegen an: Der neue stellt was dar, kann vollständige, logisch zusammenhängende Sätze bilden und dank eines eigenen Gehirns auch selbständig denken! Zwar macht nicht alles, was er so von sich gibt, auch wirklich Sinn, aber er scheint den Willen zu haben, nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Landsleuten was Gutes tun zu wollen.

Ich vermute stark, dass er auch das ramponierte außenpolitische Image der USA renovieren will. Mit der Schließung des Lagers in Guantanamo auf Kuba wird er damit wohl beginnen. Vielleicht ist sogar eine Entschuldigung für die völkerrechtswidrig Inhaftierten drin – oder gar eine geldwerte Kompensation? Womit wir schon bei einem anderen Thema wären: Die Gefangenen werden ungern Dollars annehmen – die US Währung liegt ja zusammen mit der dazugehörigen Wirtschaft mittlerweile im Koma. Da ist viel zu tun. Auch in Umweltbelangen hat sich im Weißen Haus in den vergangenen 8 Jahren eine lange To-do-Liste angehäuft, die aufgearbeitet werden will.

Das alles erzeugt immensen Druck, der von den Schultern des US-Präsidenten getragen werden muss. Dazu kommen Bedrohungen seiner Gesundheit – nein, nicht durch Mac Donald´s und Burger King, sondern von Menschen, die ihm mit Waffen nach dem Leben trachten. Schon lange wird er nicht nur als der „mächtigste“ Mann der Welt tituliert, sondern auch als der „gefährdetste“.

Das ist natürlich ein Schwachsinn. In Wahrheit ist der US-amerikanische Präsident der gefährlichste Mann der Welt. Er sitzt auf einem von der Waffenindustrie angehäuften Vulkan, welcher aus modernsten Massenvernichtungswaffen, der Welt größter Kriegsmarine und einer immer kampfbereiten Armee besteht. Wozu das unbedachte Betätigen des Roten Knopfes führen kann, hat uns das Bush-Bubi deutlich vor Augen geführt. Dabei hatte er gar nicht vor, Krieg gegen den Irak zu führen. Er hat nur den in der Toilette des Oval Office installierten Roten Knopf mit der Spülung verwechselt. Wäre wirklich ein richtiger Krieg geplant gewesen, hätte er als gestandener Texaner sicher nicht vergessen, die Atomwaffen einzusetzen. Da hat sich Truman anno 1945 weniger geschissen und gleich mal zwei von vier zur Verfügung stehenden Bomben den Japsen zum Kosten gegeben.

Ja – als mächtigster und gefährlichster Mann der Welt muss man wirklich jede einzelne seiner Handbewegungen genau unter Kontrolle haben. Ich wünsche Obama jedenfalls viel Glück. Möge er das Oval Office samt Nebenräumen einer friedlichen Nutzung zuführen und sich dabei nicht zu sehr an Clinton und Kennedy orientieren – denn nicht nur mit den Fingern kann man großen Schaden anrichten …

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