

Es ist noch die Frage zu erörtern, ob der Wäsche das Privileg der Behandlung in einem Wäschetrockner zuteil werden sollte... Das bietet nämlich etliche Vorteile:
1.) Es hängt keine trocknende Wäsche mehr in der Wohnung herum. Zwar verbreitet der vollgepackte Wäscheständer in den Wohnräumen einen gewissen sentimentalen Charme, der wehmütig ans Fahrende Volk erinnert, aber Folklore hin oder her – die moderne Hausfrau kann darauf verzichten.
2.) Die Wäsche wird herrlich flauschig – ganz ohne die Verwendung eines umweltbelastenden und allergiefördernden Weichspülers. Wer liebt nicht kuschelige Handtücher und schmuseweiche Leibwäsche?
3.) Das Joch des Bügelns reduziert sich erheblich. Sämtliche Sweater und T-Shirts entsteigen dem Trockner faltenfrei. Gleich nach Programmende entnommen und gefaltet sind sie nicht von gebügelter Wäsche zu unterscheiden. Hemden entnimmt man bügelfeucht, fährt einmal kurz mit dem Bügeleisen darüber und fertig. Und Jeans bügelt man mit kurzem Drüberdampfen. Zack-peng-aus!
4.) Wer ein Haustier hat, welches in der gesamten Wohnung liebevoll seine Haare verteilt, wird den Trockner auch schätzen. Der bläst nämlich auch gut haftende Härchen vom Gewebe. Während des Fellwechsels wird jeder Tierhalter eine Fellmatte im Flusensieb finden.
5.) Vor allem bei Bettwäsche liebe ich das Wash-and-go-Prinzip: Abziehen, waschen, trocknen, wieder aufziehen.
6.) Kondenstrockner liefern Unmengen an destilliertem Wasser als Abfallprodukt. Ideal für Dampfbügeleisen, Luftbefeuchter und als Kühl- oder Scheibenwaschwasser fürs Auto.
Einziger Nachteil eines Trockners: Die Stromrechnung wird merklich ansteigen, wenn die gesamte Wäsche aufgeflauscht wird. Verbraucht eine Waschmaschine für einen Waschgang bei 60°C so knapp 1 kW/h an Strom, nimmt der Trockner schon gut und gern das Doppelte – aber nur, wenn die Wäsche bei 1400 Touren oder höher geschleudert worden ist. Ist das Ausgangsprodukt feuchter, wird’s mehr. Neuerdings haben die führenden Hersteller Wäschetrockner mit moderner Wärmetauschtechnik im Programm, die gut 25 Prozent weniger Energie verbrauchen. Diese Geräte sind aber noch ziemlich teuer in der Anschaffung.
Der Wäsche schadet die Behandlung im Trockner übrigens nicht. Die Flusen im Sieb sind Abrieb vom Waschen. In unserem Haushalt gab es bis vor Kurzem noch Handtücher, die ich schon in meiner Kindheit benutzte. Der Trockner hat ihnen nicht geschadet - meine Mutter ist nämlich schon seit 1966 süchtig nach maschinell getrockneter Wäsche.
Wenn man sich mit dem Gedanken trägt, einen Trockner zu kaufen, sind einige Dinge zu beachten: Grundsätzlich gibt es zwei Konstruktionsprinzipe: Abluft- und Kondenstrockner. Der Ablufttrockner ist in seiner Funktionsweise einfacher. Er heizt die Luft auf, führt sie durch die Wäsche und bläst dann die heiße Luft samt der darin enthaltenen Feuchtigkeit ins Freie. Man braucht also ein Loch in der Wand, durch welches der Abluftschlauch geführt wird. Das scheitert meistens an den baulichen Gegebenheiten.
Der Kondenstrockner verfügt über zwei getrennte Luftkreisläufe: Die erhitzte Trockenluft zirkuliert im Innenraum und entfeuchtet die Wäsche. Ein Außenluftkreislauf kühlt diese Trockenluft wieder ab, wodurch sich die Feuchtigkeit absondert (kalte Luft kann nämlich nicht so viel Feuchtigkeit binden wie warme Luft). Dann wird die Luft neu aufgeheizt und wieder durch die Wäsche geführt. Durch die Kühlluft erwärmt sich auch der Raum, in dem der Trockner steht. Im Winter ist das angenehm, im Sommer eher entbehrlich. Durch diese komplizierte Funktionsweise ist der Kondenstrockner auch teurer und verbraucht um etwa 10% mehr Energie. Zum Betrieb benötigt er aber nur eine Steckdose – kann also praktisch überall aufgestellt werden. Das Kondenswasser sammelt sich in einer Lade und kann anderweitig verwendet werden.
Der zweite erhebliche Unterschied liegt in der Art der Steuerung – egal ob Abluft- oder Kondensgerät: Mechanisch – quasi halbautomatisch - oder elektronisch – also vollautomatisch. Bei mechanischer Steuerung muss man die Programmdauer mittels einer Zeitschaltuhr wählen. Dem Gerät selbst ist es dabei egal, wie es der Wäsche im Innenraum geht. Wenn zu lange getrocknet wird, knittert das Trockengut und Trikotgewebe wie Sweater und T-Shirts neigen zum Schrumpfen. Bei elektronisch gesteuerten Geräten muss man lediglich Textilart und den gewünschten Trocknungsgrad einstellen – alles andere geht automatisch.
Ein praxistauglicher Trockner muss also eine elektronische Steuerung haben, die den Feuchtigkeitsgrad der Wäsche laufend misst und das Programm bei erreichtem Trocknungsgrad selbsttätig beendet. Nur so werden Wäsche und Träger gleichermaßen glücklich.
Auch elektronisch gesteuerte Trockner haben kleine, aber feine Unterschiede, was die Sensortechnik betrifft: Die billigeren Geräte messen mit einem Sensor im Luftkanal nur die Feuchtigkeit der Trockenluft. Das gibt aber lediglich Aufschluss über die gerade abgeführte Wassermenge und lässt nur bedingt auf den Trocknungsgrad der Wäsche schließen. Außerdem neigt dieser kleine Sensor zum Verschmutzen, wenn zum Beispiel Fusel aus der Wäsche daran haften bleiben. Gute – und deswegen auch teurere – Geräte messen den Feuchtigkeitsgehalt in der Trommel. Dazu werden die beiden gegenüberliegenden Rippen der Trommel als Elektroden verwendet, um eine elektrische Spannung durch die Trommel – und somit durch die Wäsche – zu führen. Aus der elektrischen Leitfähigkeit der Wäsche lässt sich exakt der Feuchtigkeitsgehalt errechnen. Diese Technik ermöglicht ein punktgenaues Trocknen für maximale Wäscheschonung und perfekte Knitterfreiheit. Gute Geräte haben auch einen Sensor, der die Wasserhärte erkennt und die dadurch bedingte Abweichung der elektrischen Leitfähigkeit ausgleicht.
Beim Kauf ist also fachkundige Beratung sehr wichtig. Der Verkäufer sollte das Gerät auch technisch sehr genau kennen. Man sollte sich in verschiedenen markenspezifischen Fachgeschäften schlau machen und die Konstruktionsdetails genau hinterfragen, bevor man sich für ein Gerät entscheidet und dann um den Preis zu feilschen beginnt (siehe Schnäppchenhunting). Großmärkte bieten zwar eine Vielzahl von Marken an, aber darunter leidet auch die Beratung. Kein Verkäufer merkt sich alle technischen Details jedes einzelnen Stücks. Fragen Sie mal den Verkäufer im SoUndSo-Markt, wo sich der Feuchtigkeitssensor im Trockner XY befindet. Da sind sogar die Füllmengen der Waschmaschinen teilweise falsch angeschrieben. Das hab ich schon mal kontrolliert.
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