Waschmittel und Fleckenentfernung
Das Waschmittel und der
alltägliche Praxisbetrieb
Zuerst zur Auswahl des richtigen Waschmittels: Ich rate zu bewährter Markenqualität – aus Erfahrung. Schon meine Großmütter vertrauten der Marke, die behauptet, jeweils das beste Waschmittel seiner Zeit hergestellt zu haben – und das mit Recht.
In irgendeinem Supermarkt gibt es das immer im Angebot (so etwa 6 Euro anstatt 10). Einmal konnte ich dem Dumpingpreis einer Eigenmarke eines jüngst nach Deutschland verkauften Nahversorgers nicht widerstehen. Mit grauenvollen Auswirkungen, wie sich nach dem ersten Waschgang herausstellte. Fast wäre ich meines Rufes als Fleckenkiller verlustig gegangen. Stolz hatte ich immer herumerzählt, dass selbst zum Entfernen von eingetrockneten Rotweinflecken mit meiner Luxuswaschmaschine nicht mehr als 60 Grad nötig seien.
Mich traf fast der Schlag, als die Tischtücher („ein Gast der nicht patzt, dem schmeckt es nicht“) nach dem Waschen gleich fleckig wieder rauskamen. Na ja – ich will nicht übertreiben: Ein bisschen heller waren die Flecken schon, aber man konnte noch problemlos erkennen, wer an welchem Platz gesessen hatte. Auch mehrmaliges Waschen mit höherer Temperatur hatte nur den Effekt, dass die Flecken fixiert wurden.
Das ist auch der Grund, warum sich die Baukasten – Ökowaschmittel nie durchgesetzt haben: Sie verfügen nur über leicht fleckenaufhellende Wirkung. Also Kehrtwendung zurück zu Megaperls oder den praktischen Flüssigwaschmitteln der Premiumhersteller. Die fegen auch mehrmals eingebügelte Kaffee- Gras- und Rotweinflecken weg. Wenns wirklich ganz ferkelig ist, einfach 50% mehr dosieren. Gleichwertig sind auch die im Volumen doppelt so üppigen "normalen" Vollwaschmittel der gleichen Hersteller. Also bei Angeboten ohne Zögern zugreifen.
Für Buntwäsche sollte man ein Buntwaschmittel (Colorwaschmittel) verwenden. Es gibt die jeweiligen Mittel jeweils in Vollwasch- und Buntwaschausführung. Der Weißwäsche schadet es nicht, mit einem Buntwaschmittel behandelt zu werden – umgekehrt ist das anders. Die Farben werden die Verwendung des artgerechten Mittels danken. Buntes sollte man auch nach dem Waschen pfleglich behandeln. Keinesfalls zum Trocknen in die pralle Sonne hängen, sonst ist es um die leuchtenden Farben bald geschehen. Die stark bleichende Wirkung der Sonne, welche weiße Tischtücher selbst von nach dem Waschen verbliebenen Fleckenschatten befreit, killt Buntwäsche.
Synthetik und Wolle verlangen ein flüssiges Feinwaschmittel, das man auch für die Handwäsche verwendet. Die hab ich allerdings abgeschafft. Gute Waschmaschinen haben ein Handwaschprogramm. Wenn nicht, tut es auch das Wollprogramm. Meine paar Seidenstücke haben sich noch nie beschwert.
Viele Leute verwenden auch einen Weichspüler. Das ist umweltbelastende Geldverschwendung. Weichspüler verursachen Gestank in der Wäsche – von Tropic Fantasy bis Bergfrühling. Das beißt sich zumeist mit unserem sündteuren Eau de Toilette. Außerdem verklebt ein Weichspüler die Fasern der Wäsche. Wer schon mal probiert hat, mit einem weichgespülten Handtuch eine Brille oder den Badezimmerspiegel zu putzen, weiß das. Da bleiben anstatt des Drecks die schönsten Schlieren zurück. Weichgespülte Handtücher nehmen fast keine Feuchtigkeit auf. Und allergiefördernd ist der chemische Flauschzusatz auch. Also: Weg damit! Sind die Handtücher gar zu kratzig, hilft es, mit dem Bügeleisen kurz drüberzufahren. Das macht auch weich und hat keine Nebenwirkungen – denn: Über Nebenwirkungen freuen sich Ihr Arzt und Apotheker. Einen viel besseren Flauscheffekt als Weichspüler hat ein Wäschetrockner (siehe oben).
Beim Waschen kann man auch sparen: Nur leicht verschmutzte Wäsche kann man ohne weiteres auch mit reduzierter Temperatur und mit weniger Waschmittel behandeln. Oder man nimmt ein Kurzprogramm (das spart zwar Zeit und knetet die Wäsche etwas weniger, spart aber praktisch keine Energie).
Mehr als 60 Grad sind auch für stark verschmutzte Wäsche nicht erforderlich – außer man gelangt in den medizinischen Bereich. Einige Krankheitserreger und Schadmilben wollen bei Temperaturen von über 80 Grad Celsius vernichtet werden.
Und hier noch einige Tipps für den Waschalltag:
Wäsche vor der Behandlung im Trockner oder vor dem Aufhängen immer gut ausbeuteln – das vermindert die Faltenbildung und erleichtert das Bügeln. Bei Trikotwäsche im Trockner fällt so das Bügeln überhaupt ganz weg.
Jeans sollten immer links gewaschen und gebügelt werden. Sonst wetzen sich die Nähte und Tascheneingriffe unverhältnismäßig schnell ab. Auch bedruckte Sweater und T-Shirts immer vor dem Waschen umdrehen.
Grausliche Flecken vor dem Waschen feucht machen und ein wenig Waschmittel darauf verreiben. Zusätzliche Bleichmittel, Fleckenwässerchen oder –salben sind entbehrlich.
Kernölflecken braucht man nicht vorzubehandeln. Die nach dem Waschen verbleibenden Schatten verschwinden, wenn man die Wäsche an der Sonne trocknen lässt.
Schwierige Flecken sind Rostflecken. Also Achtung, wenn die Plastikbeschichtung am Trockenständer beschädigt ist. Kommt die Wäsche in Kontakt mit dem blanken Metall, entstehen braune Verfärbungen, die man schwer rauskriegt! Die meisten Rostflecken lassen sich aber durch mehrmalige Behandlung mit Haushaltsessig entfernen.
Verfärbte oder vergilbte Weißwäsche wird mit einem Entfärber wieder blütenweiß.
Und umgekehrt: Ausgewaschene Jeans oder schwarze Trikotwäsche lassen sich mit einem maschinentauglichen Färbemittel wieder auf neu trimmen. Die Anwendung gleicht einem normalen Waschgang. Der Maschine schadet das nicht.
Vorhänge sollte man vorwaschen. Sie binden nämlich sehr viel Feinstaub, der im Hauptwaschgang allein nicht vollständig entfernt wird. Außerdem darf man sie nicht zu stark schleudern. Mehr als 400 Touren verursachen Knitterbildung. Lässt sich die Maschine nicht so weit drosseln, empfiehlt es sich, den Spülstopp einzuschalten und dann das Schleudern nach ein paar Umdrehungen manuell abzubrechen. Dann tropfen sie nicht mehr und können noch feucht wieder aufgehängt werden. Die wenigen Falten glätten sich dann von selbst. Sollten noch leichte Knitter zurückbleiben, kann man mit der Dampfbügelstation die hängenden Gardienen aufdampfen. Das sollte man aber nur kurz nach dem Waschen machen, weil sonst der auf ihnen haftende Staub fixiert wird.
Und nun die Pflegesymbole, die in jedem Wäschestück eingenäht sind:
Die Zahl im Waschtrogsymbol gibt die Maximaltemperatur an, mit der das Wäschestück behandelt werden darf. Zeigt das Symbol eine Hand, darf das Stück nur händisch oder im Handwaschprogramm gewaschen werden. Ist das Symbol durchgestrichen, darf das Stück überhaupt nicht gewaschen werden. 95 Grad symbolisiert Kochwäsche, die Temperaturen 30 bis 60 Grad bedeuten Buntwäsche.
Befindet sich unter dem Waschsymbol ein Strich, wie im obigen Bild, dann handelt es sich um pflegeleichte Wäsche. Dann ist das "Pflegeleicht" Programm zu wählen, wenn es sich um Mischgewebe (Baumwoll – Synthetik - Kombination) handelt und das "Synthetik/Fein" Programm, wenn es reine Synthetik ist.
Der Wollknäuel bezeichnet Schurwolle. Ist sie maschinenwaschbar, befindet sich ein dementsprechender Zusatz darunter.
Die Buchstaben "A", "P" und "F" in einem Kreis bedeuten, dass das Stück chemisch gereinigt werden kann. Sie geben an, welches Reinigungsmittel zu verwenden ist.
Ein durchgestrichener Kreis bedeutet, dass eine chemische Reinigung unmöglich ist.
Die Buchstabenkombination "CL" in einem Dreieck bedeutet, dass das Stück mit Chlor gebleicht werden kann. Das durchgestrichene Dreieck bedeutet: Nicht bleichen.
Ein Quadrat mit eingeschriebenem Kreis symbolisiert den Wäschetrockner. Ist es durchgestrichen, darf das Stück nicht maschinell getrocknet werden. Befindet sich ein Punkt im Kreis, darf mit niedriger Temperatur getrocknet werden (knapp 60 Grad), sind es zwei Punkte, verträgt das Teil die Behandlung auf hoher Trockenstufe (knapp über 70 Grad).
Das Symbol für das Bügeleisen kennzeichnet die Temperatur, mit welcher gebügelt werden darf. Drei Punkte bedeuten "heiß bügeln", zwei "mäßig heiß bügeln", einer "nicht heiß bügeln" und ist das Symbol durchgestrichen, darf man das Wäschestück gar nicht bügeln.
Und nun viel Spaß bei der Wäschepflege.....
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