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Die moderne Wäschepflege:

Die Waschmaschine

Diesmal widme ich mich einem Kapitel von äußerster Wichtigkeit: Der Wäschepflege. Wenn man zusammenzählt, wie viele Stunden man dieser Aufgabe widmet, kann einem schon das Grauen kommen: Wäsche sortieren, Waschmaschine beschicken, Wäsche aufhängen, bügeln, zusammenlegen... da kommt schon was zusammen. Trotzdem ist das natürlich kein Vergleich mit früher.

Unsere Großmütter mussten mit Waschrumpel und Kernseife nach mühseliger Knochenarbeit vor Obstflecken noch kapitulieren. Da haben wir es viel leichter. Die Zeiten haben sich zum Glück geändert. Heute schreckt uns kein Fleck mehr und das Waschbrett verstecken wir nicht mehr im Keller, sondern tragen es stolz am Bauch – oder wir sind Bewunderer eines solchen.

Die moderne Haushaltstechnik spart uns Zeit, die wir für sinnvollere Tätigkeiten nutzen können. Dafür ist die Anzahl der am Markt befindlichen Geräte und Wäschepflegemittel ins Unermessliche gestiegen. Die richtige Auswahl zu treffen, ist das gar nicht so einfach.

Betrachten wir die Angelegenheit einmal wissenschaftlich – da sind drei Problemkreise zu unterscheiden:

1.) Die Wahl der passenden technischen Geräte (Hardware)

2.) Welches Waschmittel ist das richtige? (Software)

3.) Wie wasche ich richtig? (Anwendungsspezifische Problemlösungen)

Da werfen sich Fragen über Fragen auf: Welche Waschmaschine passt am besten zu mir? Ergänze ich die Wäschepflege durch die Anschaffung eines Trockners oder ist vielleicht ein kombinierter Waschtrockner das Richtige? Bügle ich mit einem normalen Bügeleisen, einer Dampfbügelstation oder lohnt sich die Anschaffung eines Bügelautomaten? Fragen über Fragen türmen sich da auf. Wenn man vor der Anschaffung ein bisschen überlegt, kann man sich da im täglichen Einsatz eine Menge Arbeit und Zeit sparen.

Im ersten Teil meines Traktates zu blütenweißem Gewebe und leuchtenden Farben widme ich mich dem Herzstück der Wäschepflege: der Waschmaschine. Dann folgt der Trockner und dann der Problemkreis Bügeln. Tipps zum täglichen Waschbetrieb habe ich ja schon gegeben.

Die Waschmaschine:

Die Wahl der Größe hängt natürlich von der Wäschemenge ab, die unser Haushalt so abwirft. Bereits ab einem Zweipersonenhaushalt rentiert sich ein Modell mit 5 bis 6 kg Trommelinhalt. Die meisten Hersteller tendieren in letzter Zeit zu einer Füllmenge von 6 kg Buntwäsche. Selbst der Single kann die Vorteile einer großen Maschine nutzen, wenn er die Wäsche zusammenkommen lässt. Dann kann man halt nicht jeden zweiten Tag sein Lieblings T-Shirt tragen.

Maschinen mit einer großen Trommel sind den kompakten Modellen außer im Platzbedarf eindeutig überlegen:

1.) In einer großen Trommel bewegt sich die Wäsche besser. Dadurch dass sich die Wäschestücke aneinander reiben, kann die Waschlauge das Gewebe durchfluten und den Schmutz lösen. Der Fachmann nennt das Waschmechanik. Große Trommel bedeutet gute Bewegung und gute Waschmechanik. Das ist Voraussetzung für eine gute Waschleistung.

2.) Je größer die Füllmenge ist, desto weniger Waschmittel, Wasser und Energie wird pro Wäschestück benötigt.

3.) Eine große Maschine ist einfacher zu beladen als ein kleines Wunziding mit Minibullauge.

4.) Außerdem fallen manchmal größere Wäschestücke an, wie zum Beispiel Küchenteppiche oder Bettvorleger. Damit ist ein Kompaktmodell überfordert.

5.) In einer großen Trommel entwickeln sich höhere Fliehkräfte beim Schleudern. Die Wäsche wird besser entfeuchtet und trocknet schneller.

Wenn man ein langlebiges Modell sucht, sollte man eines mit vollelektronischer Steuerung vorziehen. Kontaktgesteuerte Maschinen mit Programmdrehknopf sind komplizierter zu bedienen, bieten keine große Programmvielfalt und neigen zu Defekten im Programmschalter. Das ist dann meistens ein wirtschaftlicher Totalschaden, obwohl der Rest der Mechanik noch viele Jahre durchhalten würde.

Natürlich ist die bessere Elektronik auch teurer in der Anschaffung. Beim Kauf sollte man sich für eines von zwei Extremen entscheiden: Entweder das billigste Gerät nehmen und innerhalb der nächsten 5 Jahre einen Totalschaden mit darauffolgender Neuanschaffung einkalkulieren oder ein Mittelklassemodell einer guten Marke wählen und damit zumindest 15 Jahre fröhlich waschen. Im Endeffekt sind beide Varianten etwa gleich teuer. Mehr Freude beim alltäglichen Betrieb hat man natürlich mit dem Luxusgerät.

Alle Waschmaschinen sind mit einem drei Kategorien umfassenden Label bewertet. Das gliedert sich in

a.) Waschwirksamkeit

b.) Energieeffizienz und

c.) Schleuderleistung.

Die Bewertung wird in einer alphabetischen Skala von A bis G vorgenommen. A ist der Spitzenwert, G der letzte Dreck. Schlechter als D ist heutzutage kein Neugerät mehr. Wer sich also für ein dreifaches A entscheidet, hat ein Spitzengerät erstanden. Obwohl einige Geräte diese Leistungen erbringen, ist man in der Regel auch mit ein bisschen weniger vollauf zufrieden – und spart sich damit auch einige hundert Euro. Ein triple A Stück kostet schon mal 1500 Euro und mehr.

Wo man keine Kompromisse machen sollte, ist die Waschwirksamkeit. Da sollte es schon ein A oder zumindest ein B sein. Energieeffizienz (Wasser- und Stromverbrauch) bis C ist akzeptabel – und eine supertolle Schleuderleistung ist nur dann erforderlich, wenn die Wäsche anschließend im Trockner behandelt wird. Für ein A in dieser Disziplin sind Schleuderdrehzahlen von zumindest 1600 U/min erforderlich. Am Markt erhältlich sind Maschinen bis zu 1800 U/min. Das geht schon in den Hochleistungsbereich und entspricht – umgelegt auf einen PKW – Endgeschwindigkeiten von deutlich über 200 km/h. Und wer außer eurer geliebten Fudel fährt denn jemals so schnell?

Mit einer BBB klassifizierten Maschine ist man also ganz gut bedient. Ich selbst wasche übrigens mit AAB – aber ich habe meinen Hang zur Sportlichkeit beim Kauf auch teuer bezahlt. Vor 14 Jahren, als ich mir mein Luxusteil kaufte, bot nur das Spitzenmodell der preislich ohnehin etwas überhaltenen Marke ein A beim Schleudern und das kostete kräftig über ATS 20.000,--. Da blieb selbst mir die Luft weg! Das zweitbeste Gerät dieser Marke habe ich mir dann gekauft und bin bis zum heutigen Tag vollauf zufrieden damit.

Es gibt auch Waschmaschinen, die wahre Alleskönner sind: Die kombinierten Waschtrockner. Die sind natürlich teurer als das jeweilige Einzelstück, aber günstiger als beide Geräte zusammen. Aber wie alle Allrounder leiden sie an einem Pferdefuß. Sie können beides nicht so gut, wie die Spezialisten. Die Kombitechnik birgt nämlich ihre Tücken: Wegen des doppelt so hohen Platzbedarfs der Wäsche beim Trocknen muss man bei voller Beladung vorher die Hälfte der Wäsche aus der Trommel nehmen und später abarbeiten. Die Wäsche wird auch nicht so schön knitterfrei wie in der riesigen Trommel des Nur-Trockners. Und die meisten Kombigeräte bieten für den Trockenteil nur eine mechanische Zeitsteuerung. Da läuft man Gefahr, die Wäsche zu übertrocknen. Und während man mit zwei unabhängigen Geräten parallel arbeiten kann, blockiert naturgemäß ein Arbeitsschritt im Kombigerät den anderen. Fazit: Nur für einen geduldigen Single geeignet.

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