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Opernhaus Graz.

Prokofjew: Die Liebe zu den drei Orangen

Einhelliger Erfolg

(Graz, 25.04.2009). Die in Berlin an der Komischen Oper bereits seit über zehn Jahren höchst erfolgreich laufende Produktion wurde auch in Graz dem ihr vorauseilenden Ruf gerecht. Und so war auch die Grazer Oper trotz des im deutschsprachigen Raum eher raren Werkes bereits bei der Premiere sehr gut besucht.

Regisseur Andreas Homoki, unterstützt von Werner Sauer, setzt das märchenhafte Commedia dell’arte-Spiel nach Carlo Gozzi ganz präzise im Einklang mit Text und Musik um; ihm genügen eine beinahe leere Bühne und variantenreiche Lichteffekte (Franck Evin), um seine Konzeption der Geschichte um den nicht zum Lachen zu bringenden Prinzen, den guten und bösen Menschen und Zaubermächten, sowie dem immer wieder ins Geschehen eingreifenden Chor (grandios in Spielfreude, Gesangskultur und Wortdeutlichkeit Chor und Extrachor der Grazer Oper, verstärkt durch den Wiener Festivalchor) auf die Bühne zu bringen: Jeder Schritt, jede Bewegung, jede Geste sitzt, jeder Solist, Chorist und Statist weiß genau, was er/sie zu tun hat, nichts bleibt dem Zufall überlassen, und dennoch wirkt alles ganz natürlich und spontan. Dazu kommen noch die fantasievollen, bunten und typgerechten, manchmal leicht karikierenden Kostüme von Mechthild Seipel, kurz gesagt ein Gesamtkunstwerk.

Der Terminus Gesamtkunstwerk kann auch auf die musikalische Realisierung unter dem scheidenden Dirk Kaftan – er wird Generalmusikdirektor in Augsburg, für welche Aufgabe wir ihm natürlich unsere besten Wünsche mit auf den Weg geben wollen – angewandt werden: Mit dem alle seine Wünsche umsetzenden Grazer Philharmonischen Orchester realisiert er exemplarisch und temperamentvoll Prokofjews Partitur mit ihren oft expressionistisch verfremdenden Effekten. Und es steht ihm ein Sängerensemble ohne auch nur einen Schwachpunkt zur Verfügung: Philippe Rouillon als so gut wie akzentfrei Deutsch singender König, Marlin Miller wie immer schönsängerisch und darstellerisch intensiv als Prinz, David McShane als guter Zauberer Celio, Wilfried Zelinka als machtgieriger Leandro, Konstantin Sfiris als köstlich-saftige Köchin und Götz Zemann als luftiger Farfarello. Dazu gesellen sich bei den Herren noch Pantalone (mit baritonalem Wohlklang Ivan Oreščanin) sowie souverän wie immer Manuel von Senden als vielbeschäftigter Truffaldino. Auch die Damenriege ist ohne Fehl und Tadel: Aira Rurane und Ketevan Kamoklidze verkörpern schönstimmig die böse Fata Morgana bzw. die machtlüsternen Clarice, Hyon Lee und Lucia Kim als Prinzessin Ninetta bzw. Smeraldine funkeln mit ihren leuchtenden Sopranen um die Wette. Großer Schlussapplaus für alle.

Bei der wie immer sehr informativen Einführung von Bernd Krispin war zu erfahren, dass mittelfristig an keine Wiederaufnahme gedacht ist, also die Gelegenheit nützen und eine – oder auch mehrere – der sechs weiteren Vorstellungen besuchen!

 

Folgevorstellungen:
29. April
3., 7., 13. und 15. Mai
6. Juni

Text: Wolfgang Würdinger




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